Case Management

Die Anforderungen an einen strukturierten Verfahrensablauf bei Hilfe und Unterstützung in mehrfach belasteten Situationen werden durch die veränderten Lebenslagen der Menschen und durch den erhöhten Anspruch auf effektive und effiziente Hilfestellung immer höher. Die Differenzierung in den Sozialgesetzen und in der Leistungserbringung erfordert eine Koordinierung der einzelnen Segmente. Diese Fallverantwortung bei Einzelnen und Familien im Sozial- und Gesundheitswesen rückt verstärkt in den Mittelpunkt der Fachdiskussion. Neue handlungstheoretische Erkenntnisse fordern auf, ganzheitliche Konzepte zu entwerfen, in der die durchgängige Fallverantwortung eine besondere Rolle spielt. Das Konzept Case Management bietet hierfür eine ausgezeichnete Grundlage.

Case Management in meinem Konzept beinhaltet Beziehungsarbeit als eine wesentliche Grundlage für den Unterstützungsprozess in einer mehrfachbelasteten Situation. Dabei handelt es sich um eine Arbeitsbeziehung und nicht um eine therapeutische Beziehung. Um die Beziehungsarbeit zu gestalten bedarf es spezifischer Kompetenzen – Gesprächsführung, Rollenklarheit, Empathie und ein partnerschaftliches Verhältnis zu den Klient/innen.

Case Management in diesem Verständnis bietet also die Chance, einzelfallorientiertes Vorgehen mit Netzwerkarbeit in einem Dienstleistungssystem oder Sozialraum ganzheitlich verbinden zu können. Der grenzüberschreitende Ansatz gibt den Betroffenen die Sicherheit, in vielschichtigen Problemen und Benachteiligungen differenzierte Hilfestellungen zu finden, in der richtigen Form und zum richtigen Zeitpunkt.

Ziel ist es, Hilfen anzubieten, die am wenigsten in die bestehende und gewohnte Lebenswelt eingreifen. Die eigenen Ressourcen des Betroffenen und seines ihn umgebenden personellen und institutionellen Netzes werden Ausgangspunkt für die Hilfen.

Da sich die Arbeitsbedingungen und Problemsituationen im Sozial- und Gesundheitsbereich unterscheiden, werden für die jeweiligen Arbeitsfelder spezielle Herangehensweisen notwendig.